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Frost ist nicht der Feind des Unkrauts, sondern eine vorübergehende Unterbrechung
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Der Winter scheint oft ein Verbündeter des Gärtners zu sein, denn die Kälte lässt den Boden gefrieren, die Pflanzen ruhen und der Garten wirkt ruhig und geordnet. Aber heißt das, dass der Frost automatisch das Unkrautproblem löst?
Viele Menschen hoffen, dass ein paar Frostnächte das unerwünschte Grünzeug ein für alle Mal loswerden. Die Publikation Woman&Home verriet uns, ob die Kälte wirklich ein natürliches „Herbizid“ sein kann und warum dies nur ein Teil der Wahrheit ist.
Unkräuter gehören zu den hartnäckigsten Bewohnern des Gartens. Sie tauchen dort auf, wo man sie am wenigsten erwartet, vermehren sich schnell und überleben oft Bedingungen, die andere Pflanzen töten. Im Winter lässt die Aufmerksamkeit für den Garten in der Regel nach, und dann stellt sich die logische Frage, was passiert, wenn der Frost die ganze Arbeit für uns erledigt.
Frost kann in der Tat Unkraut schädigen, aber seine Wirksamkeit hängt von der Pflanzenart, der Temperatur und der Dauer der Kälte ab. Sich allein auf das Wetter zu verlassen, ist also nicht die beste Strategie.
Wie Frost Unkraut beeinflusst
Der Mechanismus der Frosteinwirkung ist recht einfach und bei den meisten Pflanzen derselbe. Wenn die Temperatur unter den Gefrierpunkt fällt, gefriert das Wasser in den Zellen und dehnt sich aus. Dadurch brechen die Zellwände zusammen und die Pflanze verliert ihre Fähigkeit zu wachsen und sich zu erholen. Allerdings gibt es hier eine Nuance, denn nicht alle Unkräuter sind gleich empfindlich gegenüber Kälte.
- Zarte einjährige Unkräuter, die in der warmen Jahreszeit wachsen, sterben in der Tat oft nach dem ersten schweren Frost ab. Sie haben keine Abwehrmechanismen und erholen sich im Frühjahr nicht mehr.
- Einjährige Winterkräuter können auch bei kalter Witterung weiterwachsen.
- Mehrjährige Unkräuter sind am widerstandsfähigsten, sie „überleben“ den Winter unterirdisch, ihre Wurzeln speichern Nährstoffe und warten auf den Frühling, um wieder zu wachsen.
Aus diesem Grund sollte Frost nicht als vollwertige Methode der Unkrautbekämpfung angesehen werden.
Was ist „Killerfrost“ und gibt es ihn wirklich?
Es gibt verschiedene Stufen von Frost:
- Leichter Frost (0…-2°C). Kann zarte Blätter beschädigen und Welken verursachen, aber die meisten Schäden sind oberflächlich.
- Mäßiger Frost (-3…-5°C) Kann die meisten einjährigen Unkräuter abtöten und den oberirdischen Teil „verbrennen“.
- Strenger Frost (unter – 5°C) Kann einige Stauden schwächen, zerstört aber selten das Wurzelsystem vollständig.
Selbst bei strengem Frost werden die meisten mehrjährigen Unkräuter nicht vollständig abgetötet – sie gehen einfach in den Ruhezustand über.
Wann man Unkraut bekämpfen sollte
Die wirksamste Zeit für die Unkrautbekämpfung ist die aktive Wachstumsphase, nicht der Winter.
- Für die manuelle Unkrautbekämpfung ist ein feuchter Boden nach einem Regen ideal – die Wurzeln lassen sich dann leichter vollständig entfernen.
- Chemikalien wirken besser bei mildem, trockenem Wetter, wenn die Nährstoffe aktiv in der Pflanze zirkulieren.
- Im Winter ist die manuelle Entfernung möglich, wird aber durch den gefrorenen Boden behindert, und Herbizide wirken kaum.
Ob Unkraut vor dem Frost entfernt werden soll
Die kurze Antwort lautet: Ja. Wenn man Unkraut bis zum Winter stehen lässt, „konserviert“ der Boden die Wurzeln und sorgt für Isolierung. Diese Pflanzen kehren im Frühjahr oft noch stärker zurück.
Außerdem ist das Jäten von Unkraut über gefrorenem Boden nicht nur ineffektiv, sondern kann auch den Rasen oder Zierpflanzen schaden, die durch die Kälte brüchig werden.
Der Frost ist nicht der Feind des Unkrauts, sondern eher eine vorübergehende Pause. Er kann zarte Arten schädigen, aber für widerstandsfähige Pflanzen ist Kälte nur ein Teil des natürlichen Zyklus. Wenn das Ziel ein wirklich ordentlicher Garten ohne unerwünschtes Grün ist, lohnt es sich, mehrere Ansätze zu kombinieren: regelmäßiges Unkrautjäten, richtiges Timing und genaues Wissen darüber, womit man es zu tun hat.
Der Winter kann die Arbeit ein wenig erleichtern, aber echte Unkrautbekämpfung beginnt mit Achtsamkeit und zieht sich durch das ganze Jahr.
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