Foto: aus offenen Quellen
Jede Spannung in einer Partnerschaft – ob es sich um einen anhaltenden Konflikt oder eine Entfremdung handelt – beeinträchtigt sofort die Lebensqualität
Die Beziehungspsychologie beweist, dass wir Probleme nicht einfach „vor der Tür lassen“ können, wenn wir zur Arbeit gehen. Jegliche Spannungen in einer Partnerschaft – ob es sich nun um anhaltende Konflikte oder Entfremdung handelt – haben unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensqualität, das körperliche Wohlbefinden und die berufliche Leistung.
Wie sich Beziehungsprobleme auf andere Lebensbereiche auswirken und warum es einen direkten Zusammenhang gibt, erzählt in einem Kommentar für RBC-Ukraine Master of Psychology und Psychotherapeutin Natalia Garina.
Verbindungen zwischen Beziehungen und anderen Sphären
Der Körper nimmt eine emotionale Krise in einer Beziehung als echte Bedrohung wahr, einschließlich des Überlebensmodus. Probleme im Privatleben führen zu Burnout, Stress und haben einen großen Einfluss auf alles, was im Leben eines Menschen passiert.
„Beziehungsprobleme bleiben nicht in einer separaten ‚Abteilung des Gehirns‘, sondern alles, was mit uns geschieht, wirkt sich auf andere Lebensbereiche aus. Wenn im Privatleben nicht alles in Ordnung ist, weiten sich die Probleme schnell aus und wirken sich auf die Arbeit, die Gesundheit, die Entscheidungen und das Selbstwertgefühl aus“, erklärt Natalia Garina.
Sie fügte hinzu, dass die Psyche in einem Modus ständiger innerer Unruhe arbeitet, wenn sich Spannungen, Konflikte, Entfremdung und Ungewissheit in engen Beziehungen ansammeln.
Ein Teil der Energie wird nicht für die Entwicklung, sondern für die Aufrechterhaltung des emotionalen Gleichgewichts aufgewendet. Die Folgen davon sind schnelle Ermüdung, Zerstreutheit und verminderte Motivation.
Welche Lebensbereiche können betroffen sein?
Am häufigsten betrifft es den beruflichen Bereich. Prokrastination tritt auf, es ist schwieriger, Entscheidungen zu treffen, die Bereitschaft, Risiken einzugehen oder Verantwortung zu übernehmen, schwindet.
Manche Menschen hingegen überarbeiten sich und nutzen die Arbeit als Mittel, um ihren Sorgen zu entkommen. Solche Methoden bringen keine Erleichterung, sondern verstärken nur die Ängste.
„Auch der Körper reagiert darauf. Chronischer emotionaler Stress in Beziehungen wird mit Schlaf- und Appetitstörungen, häufigen Kopfschmerzen und einer verminderten Immunität in Verbindung gebracht. Der Körper nimmt anhaltende Konflikte als Bedrohung wahr“, sagt der Experte.
Das soziale Leben verengt sich allmählich: Der Kreis der Kontakte wird kleiner, das Interesse an sozialen Kontakten geht verloren, und das Gefühl der Freude schwindet.
Natalia Garina zufolge wirken stabile und unterstützende Beziehungen auch umgekehrt – sie bieten einen inneren Halt, mit dem es leichter ist, voranzukommen. Die Frage der Intimität ist also die Frage der Lebensqualität.
Wie Sie die Kontrolle über die Situation übernehmen können
Auswirkungen anerkennen, statt sie abzuwerten
Das Erkennen des Zusammenhangs reduziert die innere Anspannung und gibt Ihnen die Kontrolle zurück: Sie hören auf, die Symptome zu bekämpfen und beginnen, die Ursache zu sehen.
Kompensieren Sie eine Krise nicht durch Überlastung
Die Flucht in Arbeit, Sport oder ständige Betriebsamkeit verdeckt nur das Problem. Eine solche Strategie erschöpft und verzögert die Lösung.
„Besser ist es, sich ehrlich zu fragen, was genau in der Beziehung gerade nicht funktioniert und sich eine Denkpause zu gönnen“, rät die Psychologin.
Durch Handlungsoptionen wieder Tritt fassen
Selbst in schwierigen Beziehungen ist es wichtig, Bereiche beizubehalten, auf die Sie Einfluss nehmen können: Routinen, Finanzen, Grenzen, die Art und Weise, wie Sie kommunizieren. Konkrete Handlungen anstelle von emotionalen Diskussionen stellen allmählich ein Gefühl der Stabilität wieder her.
